Periode überfällig: Gründe, Tipps und wann zur Ärztin?
Deine Periode ist überfällig und du bist verunsichert? Bei einer überfälligen Periode denken viele Frauen direkt an eine Schwangerschaft. Dabei gibt es auch andere Gründe für eine verspätete Periode. Abhängig von Lebensphasen, hormonellen Schwankungen und Lebensstil, ist eine Unregelmäßigkeit im Zyklus nicht ungewöhnlich. Welche Ursachen hinter einer verspäteten Periode stecken können, worauf du achten und wann du eine Ärztin aufsuchen solltest, erfährst du in diesem Beitrag.
Periode überfällig: Das Wichtigste in Kürze
Eine um wenige Tage verspätete Periode ist meist kein Grund zur Sorge. Zyklusschwankungen sind normal1,2.
Es kann sinnvoll sein, den Zyklus genauer zu beobachten, um Abweichungen besser zu erkennnen3.
Neben einer Schwangerschaft können Stress, hormonelle Veränderungen, Gewichtsveränderungen oder bestimmte Medikamente die Ursache für eine verspätete Menstruation sein4.
Auch nach einer Geburt oder während der Wechseljahre tritt eine verspätete Periode häufiger auf5,6.
Ist die Periode überfällig, kann ein Schwangerschaftstest erste Klarheit schaffen7.
Bleibt die Menstruation länger aus oder treten weitere Beschwerden wie Unterleibsschmerzen auf, sollte eine Frauenärztin die Ursache abklären.
Periode zu spät – welche Schwankungen im Zyklus sind normal?
Deine Periode ist 3,4 oder 5 Tage überfällig? Das ist erstmal kein Grund zur Sorge. Nur wenige Frauen haben einen exakten 28-Tage-Zyklus. Die Länge des monatlichen Menstruationszyklus – also vom 1. Tag der Blutung bis zum Tag vor der nächsten Periode – liegt meist zwischen 25 und 35 Tagen.1
Gleichzeitig unterliegt der weibliche Zyklus natürlichen Schwankungen, weshalb es bei vielen Frauen ab und an zu einem unregelmäßigen Zyklus kommen kann. So kann es vorkommen, dass sich der Zyklus verlängert und die Periode sich entsprechend nach hinten verschiebt.2
Ab wann ist meine Periode überfällig?
Um herauszufinden, ob deine Periode womöglich überfällig ist, solltest du deinen Zyklus genauer beobachten. Dafür ist es hilfreich, jeweils den 1. Tag einer Menstruationsblutung im Kalender zu notieren.3 So siehst du, wie viele Tage zwischen den einzelnen Blutungen liegen – also wie lange dein Zyklus andauert – und ob dieser regelmäßig die gleiche Länge hat oder es häufiger Abweichungen gibt.
Neben herkömmlichen Kalendern gibt es auch verschiedene, teils kostenfreie, Zyklusapps. In diese trägst du unter anderem den 1. Tag der letzten Periode und die übliche Zykluslänge ein. Auf Grundlage dieser Angaben schätzt die App, wann deine fruchtbaren Tage liegen könnten. Da der Zyklus jedoch Schwankungen unterliegen kann, sind diese Angaben nur als Orientierung zu verstehen und eignen sich nicht als zuverlässige Verhütungsmethode. Häufig lassen sich in den Apps noch weitere Angaben machen, zum Beispiel zu zyklusbedingten Beschwerden wie Unterleibsschmerzen oder Stimmungsschwankungen, um diese besser im Blick zu behalten.
Gründe für eine verspätete Periode
Ist die Periode überfällig, denken viele Frauen zunächst an eine Schwangerschaft. Eine Schwangerschaft kann infrage kommen, wenn zuvor ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden hat und die Periode zum erwarteten Zeitpunkt ausbleibt. Grund dafür sind verschiedene hormonelle Umstellungen, die unter anderem einen Abbau der Gebärmutterschleimhaut verhindern, sodass keine Periodenblutung stattfindet.
Neben einer Schwangerschaft gibt es jedoch noch eine Reihe weiterer möglicher Auslöser für eine überfällige Periode. Dazu gehören unter anderem:4
Starker Stress
Stress kann sich auf die Hormonproduktion auswirken, den Zyklus beeinflussen und so dazu führen, dass sich die Periode verspätet oder ganz ausbleibt. Dies gilt sowohl für psychischen als auch für körperlichen Stress. So kann etwa extreme körperliche Belastung (zum Beispiel bei Profisportlerinnen) dazu führen, dass sich die Menstruation verspätet.
Gewichtsverlust, Mangelernährung oder Übergewicht
Ein deutlicher Gewichtsverlust, eine Mangelernährung oder Übergewicht können den Hormonhaushalt ebenfalls durcheinanderbringen und eine überfällige Periode zur Folge haben. Zudem können Essstörungen auch ein vollständiges Ausbleiben der Periode begünstigen.
Hormonelle Störungen
Hormonelle Störungen – wie eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse – sind weitere denkbare Gründe für eine verspätete Periode. Zudem ist das sogenannte Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), bei dem die Eizellreifung gestört ist, eine häufige Ursache für eine unregelmäßige oder ausbleibende Periode.
Chronischer Erkrankungen
Auch chronische Erkrankungen, wie beispielsweise die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus, können sich auf den Zyklus auswirken und für eine überfällige Periode sorgen.
Einnahme von Medikamenten
Die Einnahme mancher Medikamente können ebenfalls das Eintreten der Periode beeinflussen. Hier kommen unter anderem Antidepressiva oder hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille infrage.
In manchen Lebensphasen einer Frau treten Unregelmäßigkeiten im Zyklus häufiger auf. So stellen viele Frauen während der Wechseljahre fest, dass sich ihr Zyklus verschiebt und die Periode sich verspätet.5 Auch nach einer Geburt kann es dauern bis die Periode wieder einsetzt, insbesondere wenn man stillt..6 Da der Zeitpunkt individuell sehr unterschiedlich ist, sollte dennoch frühzeitig an eine geeignete Verhütung gedacht werden.Was tun, wenn die Periode überfällig ist?
Es ist verständlich, dass es verunsichert, wenn sich die Menstruation um mehrere Tage verspätet. Um die Ursache für eine verspätete Periode herauszufinden, kannst du wie folgt vorgehen.
Auf eine Schwangerschaft testen
Ist eine Schwangerschaft generell denkbar, weil du in den letzten Wochen ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest, solltest du zunächst einen Schwangerschaftstest durchführen.
Ist das Ergebnis des Schwangerschaftstests positiv, vereinbare einen Termin bei deiner Frauenärztin, um die Schwangerschaft zu bestätigen und dich beraten zu lassen.
Ein zuverlässiges Ergebnis ist mit einem herkömmlichen Schwangerschaftstest ab dem 1. Tag der ausgebliebenen Periode zu erwarten. Spezielle Frühtests kannst du schon früher anwenden. Diese gelten jedoch als weniger sicher.7
Termin bei der Frauenärztin
Auch wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann, empfiehlt sich ein Arztbesuch im Falle einer stark verspäteten oder ausgebliebenen Periode. Das gilt vor allem, wenn der Zyklus regelmäßig sehr lang ist (länger als 35 Tage) und/oder weitere Beschwerden auftreten, zum Beispiel starke Unterleibsschmerzen, Probleme beim Wasserlassen sowie Juckreiz im Intimbereich.8
Deine Frauenärztin wird dich zunächst in einem Gespräch danach fragen, ob
du in letzter Zeit viel Stress hattest,
du stark an Gewicht verloren oder zugenommen hast,
du Medikamente einnimmst oder
du unter einer chronischen Erkrankung leidest.
Bei Bedarf kann sie zudem verschiedene Untersuchungen durchführen. Dazu gehören beispielsweise9
eine Ultraschalluntersuchung, um die Gebärmutter genauer zu betrachten,
die Entnahme und anschließende Untersuchung von Gebärmuttergewebe sowie
eine Blutanalyse, um verschiedene Hormonwerte zu ermitteln.
Eventuell erfolgt zudem eine Überweisung an andere Fachärztinnen, wenn etwa der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung besteht. Je nach Diagnose kommen verschiedene Behandlungen infrage.
Überfällige Periode – in vielen Fällen harmlos
Obwohl es eine ganze Reihe an möglichen Gründen für eine verspätete Periode gibt, ist diese doch in den meisten Fällen durch natürliche hormonelle Schwankungen bedingt.1 Wenn du dir unsicher bist, ist ein Gespräch mit deiner Frauenärztin die beste Herangehensweise.
Um einen regelmäßigen Zyklus zu unterstützen, kannst du zudem auf einen gesunden Lebensstil achten. Eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und regelmäßige Entspannung tragen zum hormonellen Gleichgewicht bei.2
FAQs: Die wichtigsten Fragen und Antworten bei überfälliger Periode
Es gibt viele mögliche Gründe für eine verspätete Periode. Starker Stress oder Essstörungen können beispielsweise den Zyklus durcheinanderbringen. Auch die Einnahme von Medikamenten oder bestimmte Erkrankungen können zu Verschiebungen führen4.
Auch bei einem bisher regelmäßigen Zyklus kann sich die Periode einmalig verspäten. Häufige Ursachen sind Stress, hormonelle Schwankungen, Gewichtsveränderungen, Erkrankungen oder eine Schwangerschaft1,4.
Leichte Zyklusschwankungen von einigen Tagen sind völlig normal. Die Länge liegt meist zwischen 25 und 35 Tagen1. Bleibt die Periode jedoch deutlich länger aus oder treten Verzögerungen regelmäßig auf, sollte eine Frauenärztin die Ursache abklären.
Ein Besuch bei der Frauenärztin ist ratsam, wenn es regelmäßig zu starken Schwankungen im Zyklus kommt oder der Zyklus häufig sehr lang ist8. Außerdem empfiehlt sich ein Arztbesuch bei einem positiven Schwangerschaftstest, um die Schwangerschaft bestätigen zu lassen.
Nach einer Schwangerschaft benötigt der Körper oft einige Zeit, um wieder einen regelmäßigen Zyklus zu entwickeln. Besonders in der Stillzeit können hormonelle Veränderungen dazu führen, dass die ersten Perioden verspätet eintreten6. Wichtig: Auch wenn die Periode noch unregelmäßig ist oder ausbleibt, kann bereits ein Eisprung stattfinden. Wenn du nicht erneut schwanger werden möchtest, solltest du daher auf eine geeignete Verhütung achten.
Wer den Zyklus regelmäßig dokumentiert, erkennt leichter, ob die Periode vom üblichen Rhythmus abweicht oder tatsächlich verspätet einsetzt. Leichte Schwankungen im Zyklus treten häufig auf und sind normal1,2,3.
Auf dieser Seite werden aus Gründen der Lesbarkeit ausschließlich weibliche Personenbezeichnungen verwendet. Bitte beachte, dass diese Formulierungen geschlechtsneutral gemeint sind und sich gleichermaßen auf alle Geschlechter beziehen.
Quellen:
1. Berufsverband der Frauenärzte e.V. 2018. Weiblicher Zyklus – Wann sind die fruchtbaren Tage? Verfügbar unter: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/weiblicher-zyklus-wann-sind-die-fruchtbaren-tage/ (letzter Zugriff 10.04.2025).
2. Cleveland Clinic. 2023. Irregular Periods. Verfügbar unter: https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/14633-abnormal-menstruation-periods (letzter Zugriff 10.04.2025).
3. https://www.familienplanung.de/kinderwunsch/schwanger-werden/schwanger-werden-der-eisprung-und-die-fruchtbaren-tage/ (letzter Zugriff: 18.06.2025)
4. Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. 2021. Zyklusstörungen. Verfügbar unter: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sexualorgane/weibliche-hormone-zyklus/zyklusstoerungen.html (letzter Zugriff 10.04.2025).
5. NHS. 2022. Missed or late periods. Verfügbar unter: https://www.nhs.uk/conditions/missed-or-late-periods/ (letzter Zugriff 02.06.2025).
6. Medical News Today.2018. First period after having a baby: What to expect. Verfügbar unter:
https://www.medicalnewstoday.com/articles/323293#when-to-see-a-doctor (letzter Zugriff 02.06.2025).
7. Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit. 2024. Der Schwangerschaftstest. Verfügbar unter: https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungspannen/schwangerschaftstest/ (letzter Zugriff 10.04.2025).
8. Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. 2019. Der Frauenarztbesuch. Verfügbar unter: https://www.gesundheit.gv.at/leben/sexualitaet/verhuetung/info/frauenarzt-untersuchung.html (letzter Zugriff 10.04.2025).
9. Berufsverband der Frauenärzte e.V. 2018. Hormonstörungen: Diagnostik. Verfügbar unter: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/hormonstoerungen/diagnostik/ (letzter Zugriff 10.04.2025).